„Der Kater, der überall zu Hause ist“

Ein Kurzroman für Kinder – Auszug

[…] Der Alte hatte ihn gar nicht wahrgenommen. Er wusste überhaupt nicht, dass der Kater eine lange Zeit bei ihm und mit ihm – dem einsamen traurigen alten Mann gelebt hatte und ihn genau kannte – sein Lieblingsessen, seine Angewohnheiten, seinen Tagesablauf. Mo wusste alles über ihn und er – wusste gar nichts. Er wusste nicht einmal, dass er gerade einen niedlichen kleinen Kater zu seiner Haustüre hinaus geworfen hatte, der sein Freund war.

Schnell rannte der kleine Kater aus dem Garten des Alten hinaus auf den unebenen steinigen Dorfweg. Der Traktor hatte tiefe Rillen in ihn hinein gegraben. Hin und her springen Mo´s Beine über diese Rillen hinweg. Hätte sich Mo einem Besucher gezeigt, der dem alten Mischa das Essen brachte – einem guten Mädchen aus dem Dorf oder einem tierlieben älteren Freund – ja sicherlich hätte er ihn auch davon jagen können. Aber sicherlich hätte er sich gefreut über diesen putzigen kleinen Kater und dann zu Mischa gesagt: „Eine hübschen Kater hast du! Wo hast du den denn her? Das ist ja schön, wenn du nicht mehr ganz allein bist.“ Und da hätte sich bestimmt auch der alte Mischa gefreut. Aber so war es eben nicht! Mo traute sich nie aus seinem Versteck, wenn Besuch da war. Mo hatte viele Dinge erlebt. Dinge, die sich erst als süß erwiesen, wurden später bitter. Er war noch sehr klein und hatte noch viel zu lernen.

Von seinen nächtlichen Streifzügen kennt er das Dorf ganz genau. Er weiß, wo es auf den kleinen Müllhalden manchmal etwas Essbares gibt oder auch in bestimmten Grundstücken. Er weiß auch, wo Hunde wohnen. Nur zwei gibt es in diesem Dorf. Aber dafür sind sie sehr groß und gefährlich. Um deren Häuser machte Mo stets einen riesigen Bogen. Er spaziert ein wenig im Dorf umher bis er schließlich müde wurde. So legt er sich auf den Sitz eines alten Traktors, der am Wegesrand abgestellt war.[…]

Verlage können sich bei Interesse gern an mich wenden.

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